Historisches zur Prunklosia

 
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Schon im Jahr 1953 wurde nach den Kriegsjahren ein erster Versuch unternommen, in Emskirchen eine "Fasenacht" auszurichten. Es fand unter dem Titel "Blick in die Welt" auf der damaligen Sparkassenfreitreppe am Marktplatz unter offenen Himmel statt. Aber es sollten noch weitere zehn Jahre ins Land gehen, bis wirklich die FG Prunklosia aus der Taufe gehoben wurde.


Am 10.2.1964 um 20.11 Uhr fand die "Große Gründungssitzung" der Faschingsgesellschaft Prunklosia unter der Leitung des damaligen Sitzungspräsidenten Walter Obenauer in der Turnhalle und jetzigen Bürgerhalle statt. Mit von der Partie war die FG Geißbock aus Neustadt/Aisch, die als Paten der Prunklosia, mit dem gesamten Elferrat, allem voran Hexenordensträger und Geißbock-Präsident Willi Trump an der ersten Sitzung teilnahmen. Büttenredner wie Rudi Hauch und Konrad Frühwald gaben sich die Ehre.
Der Elferrat der Prunklosia selbst bestand aus den Herren Walter Obenauer (Präsident), Willi Schmidt (Alterspräsident), Manfred Berauer (Vizepräsident), Karl Friedlein (1. Schatzmeister), Anton Vogel (2. Schatzmeister), Walter Knoll (Protokollchef), Franz Gubik (Marschall), Oskar Kluge (Chef der Honoration), Hellmuth Schuler (Organisationsleiter), Dietmar Schmidt (Dekorationsmeister) und Herbert Elbinger. Weitere Aktive waren Heinz Jäger, Hans Käßler, Ernst Dimpel, Georg Wagner und Hans Dossler. Als Kellermeister fungierte Willi Hoch. Die Pagen waren Hannelore Riegel und Diethilde Schmidt.


Während der Session 1964/65 lud die Prunklosia dann schon dreimal ein und zwar am 29. Januar 1965 zu einem Kappenabend im Goldenen Hirschen, am 27. Februar 1965 zu der "Großen Prunksitzung" in der Turnhalle und am 1. März 1965 zu einem Rosenmontagsball.
Büttenredner wie Marie Fuhrmann und Paul Weresow, aber auch das Gesangsduo "Aurachspatzen" mit Michael Ostertag und Erhard Fleischmann sind die Aktiven der ersten Stunde, die die Prunklosia viele Jahre begleitet haben.


Bürgermeister Fritz Riegel schrieb im Jahre 1966 in seiner Begrüßungsrede: Was wäre in unserer schnelllebigen (!) Zeit ein Dasein ohne Freude? Herzhaft Lachen ist oft eine heilsame Medizin und die Medizinmänner sind die Männer der Prunklosia. Als "Gma-Togler" trat Paul Garbarukov in die Bütt und blieb dem Esmkirchener Fasching viele Jahre treu. Sein bisher letzter Auftritt war zum 44. Jubiläum der Prunklosia im Jahre 2006/07, wo er noch einmal sein Gma- Togler Lied "... und des hät ich net denkt, daß mein Herz amal an suan Dreckhaufen hängt" zum Besten gab.


In der Session 1966/67 sollten die Elferräte endlich ihr Prunklosia-Outfit - schwarze Hose, weiße Jacke mit schwarzem Revers - bekommen. Den Auftrag zur Anfertigung bekam der damalige Maßschneider Hans Rümler, der in der Kellergasse sein Ladengeschäft unterhielt. Mit ihm war ausgemacht worden, daß er die neuen Jacken am 18.11.1966 um acht Uhr in den Goldenen Hirschen liefert, um sie der dort versammelten Narrenschar vorzustellen. Jedoch kam Schneider Hans nicht um acht Uhr wie vereinbart in den Goldenen Hirschen. Selbst kurz nach neun Uhr konnten die auf glühenden Kohlen sitzenden Elferräte von ihm nichts erblicken. Schließlich traf er dann doch mit reichlich Verspätung, den heißersehnten Jacken und Schweißperlen auf der Stirn im Gasthof ein. Flugs wurden die Jacken angezogen und so doch noch dem Publikum vorgeführt.


Der Zirkus "Alberti" schlug in der Jahreswende 1970/71 sein Winterquartier in Emskirchen auf. Unserem damaligen Sitzungspräsidenten Hellmuth Schuler gelang es, die Verantwortlichen des Zirkus und der Gemeinde zu überreden, einen Faschingsumzug in Emskirchen abzuhalten, in dem ein Elefant allem voran schritt. Dieser zierte denn auch das Titelblatt der Faschingszeitung des Jahres 1971. Es sollte der Auftakt zu einer der Erfolgsstories der Prunklosia werden, aus der sich im Laufe der Zeit der größte Faschingsumzug Westmittelfrankens entwickelte.


In der Session 1971/72 wurde der Fanfarenzug unter der Leitung von Kurt Körnlein ins Leben gerufen. Bläser seinerzeit waren Peter Jordan, Horst von der Brüggen, Franz Elgas, Gustav Dürler, Günther Ostertag, Albin Plaschko, Bruno Denny und Bernd Schuler. An der Trommel begleiteten Günther Paulus, Herbert Jakisch, Karl Obenauer und Rudolf Schwarz. Assistent war Paul Garbarukow. Als eine der wenigen Naturton-Fanfarenzügen bestritt diese Truppe viele großartige Auftritte bis hin zur Teilnahme am Trachten- und Schützenzug 2002 in München, gefolgt von mehrere Teilnahmen an den Rosenmontagszügen in Mainz und an den Prunksitzungen der Mainzer Carnevals Gesellschaft. Seit der Session 2006/07 ruht der Betrieb. Hoffentlich findet sich in naher Zukunft wieder ein Team zusammen, die diese Tradition wieder aufleben läßt. Eine kleine Gruppe um Stefan Schneider, unterstützt durch Spieler des Bad Windsheimer Spielmannszug, wirken derzeit in der SEK (SonderEinsatzkapelle), um die Sitzungen der Prunklosia traditionell mit den Fanfaren zu eröffnen.


Das Gesangsduo "Die Aurachbuam" mit Erhard Fleischmann und Gerhard Rauscher traten zum ersten Mal in der Faschingssession 1976/77 auf.


Die erste Elferratsgarde der Prunklosia trat in der Session 1978/79 auf. Geleitet von Christel Brosowski und Monika Wörlein tanzten Dagmar Ondra, Angelika Neubert, Manuela Müller, Andrea Hofmann, Christel Brosowski, Petra Rebel, Andrea Schroth, sowie Petra und Ingrid Hußnätter in ihren weiß-schwarzen Gardekleidern. Eine wahre Bereicherung für die Sitzungen und ein Augenschmauß für das damalige Publikum.


Der als Till von Franken in anderen Vereinen bekannte Roland Hegendörfer begann in der Session 1978/78 seine Karriere bei der Prunklosia. Mit vielen Seitenhieben in Richtung Politik hielt er immer wieder der Gesellschaft seinen Spiegel vor. Seine vorerst letzte Rede hielt er in der Session 2007/08 nach insgesamt 30 Jahren in Prunklosia´s Bütt. Neben den zahlreichen Veranstaltungen der FG Prunklosia trat er auch bei vielen befreundeten Gesellschaften in ganz Franken mit Schwerpunkt Nürnberg und Würzburg auf.


In der Session 1982/83 startete die Prunklosia erfolgreich mit einer Kindergarde unter der Trainerin Ann-Katrin Schwarz und einem Männerballett mit Trainerin Monika Riedel. Tänzerinnen der ersten Stunde waren u.a. Michaela Blochel, Sabine Escherich, Martina Fleischmann, Katja Gahler, Tanja Hammer, Susanne Hauer, Marlis Klenk, Marion Kluge, Anita Lankes, Marion Perschke, Carmen Roch, Simone Schmidt, Marion Schmitt, Andrea Schneider und Heidi Wiedemann. Im Männerballett boten Rudi Hubert, Armin Maschke, Franz Elgas, Joachim Schubert, Alfred Schroth, Peter Riedel, Jürgen Schreiner, Karlheinz Götz, Helmut Riedel und Norbert Hammer manch klasse Darbietung. Als Solotänzerin tratt Cornelia Müller auf.
Im Laufe der Zeit haben sich in der Prunklosia eine Vielzahl von Garden, Tanzpaare und Solotänzer gebildet. Von der Wichtelgarde, über Jugendschautanzgarde, Jugendmarschgarde, Juniorenschautanzgarde, Juniorenmarschgarde, Elferratsgarde, Elferratsschautanzgarde, TopTen-Garde bis hin zur Spezialgarde und den Hexen. Mehrere Tanzpaare, Tanzmariechen, Solotänzerinnen und Männerballett runden das Bild ab. Nicht zuletzt wurde die gute Jugendarbeit der Prunklosia im Jahresorden 1998 honoriert, die unter der Aufsicht ehrenamtlicher Trainerinnen und Trainern damals insgesamt 111 Tänzer und Tänzerinnen betreute.


Zu eine der hohen Auszeichnungen der fränkischen Fastnacht hat sich mittlerweile Prunklosias Hexenorden gemausert. Zum ersten Mal in der Session 1983/84 an den ehemaligen Landrat Robert Pfeiffer verliehen, bekamen ihn weitere berühmte Persönlichkeiten aus Kunst und Politik, wie z.B. Dr. Karl Hillermeier und Dr. W. Dollinger, aber auch Personen wie etwa Kreisbäuerin Eva Schwarz. Die beiden letzten Ausgezeichneten sind Volker Heißmann (bekannt als das Mariechen von den Witwen Waltraud und Mariechen mit Martin Rassau) und Franz Stegner (Möbelfabrikant).


Im Juli 2005 bekam die Prunklosia den Zuschlag von der Gemeinde, die Bürgerhalle anzumieten. Im Gegenzug leistete die Prunklosia unter der Aufsicht von Bauingenieur und Gründungsmitglied Dietmar Schmidt in über 1800 freiwillig abgeleisteten Arbeitsstunden tatkräftige Arbeit, um die Halle und die Küche wieder auf Vordermann zu bringen. Die ehemalige Bar wurde zum Ausschankbereich mit Kühlhaus, die Küche komplett hergerichtet, frisch gefliest und anschließend mit neuem Gasherd und Doppelspüle ausgestattet. Auch die Halle selbst wurde neu gestrichen. Ein großer Vorteil nun ist, daß alle Tanzgruppen der Prunklosia eine Möglichkeit haben, wöchentlich in der Halle für ihre Tänze zu trainieren. Vorher herrschte doch oft Platzmangel in Räumen wie dem Sozialraum unter der Sparkasse, dem Gruppenraum über der Raiffeisenbank oder auch mal im Gartenhaus einer Trainerin. Der Fanfarenzug nutzte auch den Bolzplatz vor der Bürgerhalle für manch "OpenAir"- Training wodurch die Emskirchner öfters am Montag Abend zu einer kostenlosen Musikeinlage kamen.


Zum 44. Jubiläum im Jahr 2006/07 erhielt die Elferratsgarde neue Kostüme. Im schwarz-weißen Samtkostüm, weißen Dreispitz und weißen Stiefel stellte sich die Elferratsgarde wieder in den Vereinsfarben der Prunklosia dem Publikum vor.


Seit dem Herbst 2008 zählt nun endlich auch ein Kombidämpfer zum Inventar der Küche, so daß auch größere Besucherzahlen in der Bürgerhalle rasch ihr Essen bekommen können.

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